Der Rubel rollt nur kurze Zeit

Saisonstart Mai 2026

Der Monat Mai hat mittlerweile Halbzeit. Spät sind wir in diesem Jahr gestartet. Es hatte einen sehr schönen Grund. Unsere Tochter hat am sonnigen, warmen 2. Mai den Mann geheiratet, den wir als Eltern bereits vor über 10 Jahren gerne und von Herzen in unsere Familie aufgenommen haben. Wir sind glücklich.

Unsere lei lei hatte einen regnerischen, stürmischen Winter in der Werft auf Leros unbeschadet überstanden. Finanzielle Investitionen in beachtlicher Höhe sollten dafür sorgen, dass die Mitarbeitenden des Docks nicht arbeitslos werden. Sie bekamen den Auftrag lei lei zu reparieren, zu schmieren und zu polieren. Sicher, komfortabel und schön soll sie uns durch die Saison 2026 bringen. Nicht alle Ergebnisse der ausgeführten Arbeiten ließen uns Lobeshymnen anstimmen. Aber darauf will ich eigentlich nicht näher eingehen.


Oder doch, ein Wenig will ich verraten:
Den Luxus einer fachmännischen Politur des Schiffsrumpfes wollten wir uns gönnen. Das macht Yachteigner stolz, wenn der Lack im Sonnenlicht blitzt und funkelt. Meine eigenen Polierversuche waren bisher eine Katastrophe. Es sah hinterher schlimmer aus als zuvor. Man glaubt es kaum, der Mann vom Fach hatte es tatsächlich hinbekommen noch schlechter zu sein. Laut fachmännischer Meinung hat unser Boot den falschen Lack. Es ging einfach nicht besser. Zu dieser Erkenntnis kam er dummerweise erst, nachdem er den gesamten Rumpf mit seiner, für uns falschen Politur, eingeschmiert hatte.
Unserem Einspruch wurde nicht stattgegeben.

Also, Boot rein ins Wasser und zack, wieder raus.
Der Antrieb des Bugstrahlruders war weder inspiziert, noch geschweige denn repariert worden, was wie sich herausgestellte, dringend von Nöten war. Man besserte nach.
Diskussionen mit dem Manager. Warten auf Teile. Frust!
Ich neige in diesen Situationen zur Theatralik. Versinke im Meer der Tränen. Keine Panik, das verdaue ich später.

So, jetzt denken wieder alle: Warum buchen die nicht einfach schöne, pauschale Reisen, lassen sich bedienen und genießen ein Rundum-Sorglos-Paket?

- Weil kein Tag ist wie der andere.
- Weil wir bei Allem, was wir tun, achtsam sein müssen, dadurch Situationen und Tage intensiver erleben.
- Weil wir am Strand Boules spielen und dabei feststellen, dass hier alle anderen Menschen nackt sind, ausnahmslos männlich, nahtlos gebräunt und überdurchschnittlich gut aussehend. Und - wir durften bleiben.

Oh je, ich habe mich verplaudert, wollte doch zum Thema Saisonstart schreiben.
Jetzt, Mitte Mai, rüsten sich die griechischen Küstenorte mit all ihren Restaurants, Strandbars, Touristenläden und Promenaden auf den großen Ansturm der Urlaubshungrigen. Es wird gepinselt, montiert, aufgebaut, geputzt und dekoriert. Ein Bisschen auf den letzten Drücker wie ich finde. Jetzt ist Saisonstart. Aus allen Richtungen werden sie in Kürze gebracht werden. Sie strömen aus den Fliegern in die Busse, in die Taxis, zu den Hotels und Appartements. Endlich kommt frische Luft in Räume, die so lange verwaist waren. Ab in die Sonne mit den bleichen Leibern, an den Strand. Dort werden sie liegen auf den Liegen, um allmählich den Teint zu färben, der ein sicheres Zeugnis von Urlaub sein wird. Gerne sollen sie wiederkommen im nächsten Jahr, weil es so schön war bei den gastfreundlichen und hilfsbereiten Griechen. Für wahr, das wurde ihnen in die Wiege gelegt.

Die Tage des Sommers vergehen wie im Flug, für den Einen wie auch für den Anderen.
Schon bald wird es Ende August sein. Die Gastgeber beginnen langsam das Saisonende einzuläuten. Der Rubel muss also ganz schnell Fahrt aufnehmen, um in ausreichender Menge in die griechischen Kassen zu rollen.


Noch ein Thema:

Wir haben Ehe-Retter (marriage saver) angeschafft. Spaßes- oder auch Wahrheitshalber werden Headsets, also auf dem Kopf getragene Sprechfunkgeräte, so bezeichnet.
Fakt ist, daß zum Beispiel beim Ankermanöver der Steuernde Motorenlärm und Windgeräusche verarbeiten muss. Der Ankernde hat ebenfalls Wind und Kettenrasseln in seinen Ohren, zusätzlich die räumliche Distanz, bei uns 17 Meter. Folglich muss gebrüllt werden, ohne, daß sich die Akteure sicher sein können, daß das Geschriene korrekt ankommt. Häufig bekommt die Stimmlage einen aggressiven, fast bösartigen Klang.
Ist man mit Freunden unterwegs, sollte ein guter Skipper später erklärend oder auch entschuldigend Klarheit schaffen, um sicher zu Stellen, daß die langjährige Freundschaft keinen Knacks bekommt. Darauf noch einen Ouzo und die Sache ist geklärt.
Anders bei Ehepaaren. Als viel zu undeutlich, einsilbig, verletzend, respektlos wird das Gebrüll gegenseitig empfunden. Nach dem Manöver ist die Stimmung auf dem Nullpunkt. Anders als bei Freunden sitzt man das beleidigt und wütend aus. Schläft eine Nacht drüber. „ Er/Sie hat sich schließlich bisher immer wieder beruhigt. - Bisher!

Deshalb ein klares Plädoyer für die coolen Dinger auf den Ohren mit dem Mikro vor dem Mund. Wirkt übrigens mega professionell.
Wir hauchen uns quasi die Kommandos ins Ohr.

26. Oktober 2025
Griechenland - September/Oktober 2025
9. September 2025
Ionisches Meer 2025
20. Juli 2025
Dodekanes / Kykladen / Ionisches Meer - 2025
7. Mai 2025
Luftraum zwischen Frankfurt und Kos - 25. April 2025
21. Oktober 2024
Von den nördlichen zu den östlich Sporaden - Oktober 2024
30. September 2024
Chalkidiki / Nördliche Sporaden - September 2024
24. August 2024
Thessaloniki im Juli 2024
20. Juli 2024
Auf dem Weg nach Chalkidiki - im Juli 2024
18. Juni 2024
Leros im Juni 2024
6. Juni 2024
Leros im Juni 2024